Resonating Bridge
Dennis Graef, Gudrun Lischkewitz, Dennis Tan & Yae Ho Youn, unter der Leitung von Åsa Helena Stjerna
Klanginstallation
mehrere Körperschallkoppler
29.08.2010 „Kunst im Park“ Seeliger Park, Wolfenbüttel
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Fotos: Åsa Helena Stjerna
Unterstützt von Ingo Schulz
Zur "Kunst im Park" wird die Brücke am Ende des Seeliger Parks in Wolfenbüttel in ein fast unhörbares aber dennoch deutlich spürbares Klangobjekt verwandelt. Mittels mehrerer unterhalb der Brücke angebrachter Kontaktlautsprecher, die subtile tieffrequente Klangtexturen wiedergeben, wird die gesamte Brücke in Schwingungen versetzt. Das Resultat kann als gerade wahrnehmbares Klangfeld erfahren werden, wobei sich die Frage nach der Natur von Klang stellt: etwas, das man hört - und fühlt.
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Klanglumineszenz
Manuel Haible, Georg Werner & Heiko Wommelsdorf
Klang- und Lichtinstallation
38 Leuchtstoffröhren
03.06.-13.06.2010 "Klanglumineszenz" Kleiner Wasserspeicher Singuhr Hörgalerie Berlin
Fotos: copyright roman märz & singuhr-hoergalerie berlin 2010
Leerer Raum, unstetes Licht, Raumgrenzen zerbröseln und dann dieses Geräusch, aufdringlicher Starterton kaputter Leuchtstoffröhren – eine irritierende Atmosphäre für die Hereintretenden.
Der Premierenraum für diese Gemeinschaftsarbeit der drei Künstler war im April 2010 der Ausstellungsraum des Allgemeinen Konsumvereins – Kunstverein in Braunschweig. Dort im ehemaligen Lagerraum und heutigen white cube ist die Erwartungshaltung der Besucher nicht generell auf Klangkunst fokussiert, die optische Verunsicherung ausgelöst durch die nur mit Flackern der vorhandenen Neonröhren ausgefüllte Leere größer und der Schritt zum Hören möglicherweise beschwerlicher und überraschender, als hier im Wasserturm.
Neonröhren gehen an und aus, jedes Mal ein Einschaltgeräusch. Hell/dunkel, ein/aus, ja/nein, 0/1, entweder/oder – dazwischen nichts. Und doch findet die Kunst dazwischen statt, offenbart sich dazwischen viel:
Wir Besucher, in unserer Wahrnehmung irritiert, die Sinne schärfend, Verortung suchend; der Raum, bei jeder Veränderung neu, nicht fassbar im Flackern; die Geräusche, erst nach und nach zusammen mit den Lichteffekten als rhythmisches Klangereignis erfahrbar.
Mit hell/dunkel, ein/aus, ja/nein, 0/1, entweder/oder entstehen komplexe audio-visuelle Rhythmen. Klangfelder füllen den Raum.
Die Künstler benutzen die Neonröhren als Instrumente. Sie verstärken die Einschaltgeräusche und manipulieren die Schaltvorgänge, um Licht- und Klangereignisse wie in einer Mehrkanalkomposition zu arrangieren: Klanglumineszenz.
Anne Mueller von der Haegen
(Allgemeiner Konsumverein)
Video: Heiko Wommelsdorf
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Black(Schwarz
Mirjam H. Dorsch & Yae Ho Youn
Klanginstallation
Silofolie, schwarz, Holz, 3 Ventilatoren, Laptop, Lautsprecher
03.06.-17.06.2010 „Black(Schwarz“ Konsumverein Braunschweig

Foto: Mirjam H. Dorsch, Yae Ho Youn & Helmut Schmidt Design
The space is enclosed by industrial plastic covers mounted on six walls structure. Inside is completely dark and it contains four sub woofers, five middle range loud speakers, one twitter and four electric fans. Four sub woofers are mounted behind walls and produce circulating sounds. Other six loud speakers are mounted in the boxes that have the same shape as the ground plan of the space, producing randomly triggered sounds that interact between each other. The fans are placed at regualr distances in the space, rotating itselves. When the audiences come into the space, it takes 3 to 5 minutes for their eyes to get used to the darkness. Then they become able to have visual orientation and recognize diverse objects inside. The same process as their eyes, audiences ears start to recognize the three dimensional sounds and they try to orientate themselves by measuring the distances between sounds and the self. But as soon as they try, the effort surprisingly fails because the sounds are constantly moving and creating different interactions between them as well as the feel of airs created by electric fans are moving in different directions, touching audiences' skins, interfering to the sounds waves.
Yae Ho Youn
Video: Yae Ho Youn
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Pop Music
Dennis Graef, Elisabeth Stumpf, Tamaki Watanabe & Walter Zuborg
Klang- und Lichtinstallation
mehrere Lautsprecher, Lampen & Puffreis
09.05.-30.05.2010 „Klangkunst unter Dach und Fach“ Westwendischer Kunstverein ev. Gartow


Fotos: Dennis Graef, Elisabeth Stumpf, Tamaki Watanabe & Walter Zuborg
Unterstützt von Georg Werner & Heiko Wommelsdorf
In einer alten dunklen Scheune ist Seltsames passiert. Mitten in der hölzernen Halle wachsen farbige Objekte wie Stalaktiten von der Decke. Es sind Lampenschirme, die kopfüber hängen und sich futuristisch und märchenhaft zugleich über den großen Saal verteilen. Es ist ein sakrales, ja meditatives Bild, das der erleuchtete Zehntspeicher so abgibt.
Doch „Krawumm“! Jäh kehrt sich die friedliche Kontemplation in ihr Gegenteil – Schreck, intuitiver Fluchtreflex ausgelöst von einer plötzlichen Explosion. Der ersten folgt die Zweite, die Dritte, … – in unregelmäßigen Abständen, teils von minutenlangen Pausen unterbrochen, niemals voraussehbar. Sind es Schüsse oder Bomben, die die Stille stören und diese Scheune abrupt in einen akustischen Kriegsschauplatz verwandeln? Der Geist ist zu träge, den Ursprung des Geräuschs zu verorten. Kaum aufgeklungen, schon vergangen. Die Quelle scheint immer eine andere zu sein.
Der Betrachter wird zum Partizipienten. Hilflos, aber voller Neugier steht er mitten in einem polyphonen Panorama und ist gewillt, die Ursache zu finden. Die Hierarchie von Sehen und Hören hat sich umgekehrt. Das Ohr leitet den Blick. Instinkthaft folgt der Körper jeder letzten Explosion und irrt durch den Raum, das Auge dem Vergangenen nachjagend, stets einen Sekundenbruchteil zu spät. Nur der Zufall oder Geduld erlauben es, den Mechanismus der Installation zu enttarnen.
Die ruckartigen Klänge kommen aus den Lampen selbst, die jeweils am unteren Ende mit einem Lautsprecher verschlossen sind. Die Membran der Allroundspeaker, auf der sich eine Handvoll Puffreis befindet, wird durch einen elektronischen Impuls so sehr in Schwingung gebracht, dass die kleinen Reisbälle mit einem lauten Knall in die Luft geschleudert werden. Im Inneren der Lichtkörper passiert gleichsam ein zartes Schattenspiel, das im Stande ist, die Wucht der lärmenden Erschütterung zu brechen und die infantilen Schrecken von eingebildeten Ängsten zu entzaubern – mit der Leichtigkeit und Schönheit der Silhouette im farbigen Licht.
Sarah Frost
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Roundsound
Anna Maria Zinke & Kristina Michalski
Klanginstallation (8-Kanal-Komposition)
Tisch (Ø 3 m) und Hocker aus MDF, Speaker, Cd-Player & Verstärker
06.05.-20.05.2010 „Roundsound“ Konsumverein Braunschweig

Foto: Anna Maria Zinke, Kristina Michalski & Helmut Schmidt Design
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Klanglumineszenz
Manuel Haible, Georg Werner & Heiko Wommelsdorf
Klang- und Lichtinstallation
14 Leuchtstoffröhren
08.04.-22.04.2010 „Klangluminizenz“ Konsumverein Braunschweig
Fotos: Georg Werner & Heiko Wommelsdorf
Das An/aus
Alles ist geblieben und nichts ist mehr da.
Nichts ist erneuert und alles ist erstmalig.
Mit Vorgefundenem, schon immer Dagewesenem greifen Heiko Wommelsdorf, Manuel Haible und Georg Werner den White Cube an. Eine Autoimmunerkrankung des Galerieraums ausgelöst durch drei Künstler der Klangkunstklasse von Prof. Eller der HBK Braunschweig.
Eine dunkle Schleuse, dann der Raum. Mit der Hand voran durch die Tür. Bevor auch nur ein Blinzeln in den Raum fällt, soll er erstrahlen. Alle Geheimnisse ausgelöscht, alle Winkel geflutet – mit einem Klick. Doch der Klick ist ein Wummern, Schurren, Klimpern. Er verharrt in der Unentschiedenheit. An/aus – es gibt kein Oder.
Der Container wird zum Thema. Er wird aufdringlich – einen Moment lang bedrohlich. Ein Muster aus Licht und Klang durchzuckt ihn. Jedes Mal wenn ein Flackern sich ins Aus verschiebt, löst sich der Raum ein Stück mehr von seiner Aufladung. Bei jedem An stellt sich die Frage, was soll sonst damit sein? Diese Ungewissheit – dunkel, hell – wird zum Zu-Stand, zur Pose. Und daraus entwächst die Gewissheit, dass der Raum wieder zum White Cube werden wird. Aber jetzt noch nicht. Jetzt macht er sich selbst Platz, der er sonst in
sich nie ein Zuhause findet. Selbstverständlich und präsent – so kannte ich den Konsumverein vorher nicht.
Anna Leibbrandt
Videos: Heiko Wommelsdorf
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Power to the People
Dennis Tan & Rodrigo Frenk
Klanginstallation
Lautsprecher, Mörtelkübel, Relais, Arduino, Supercollider
11.03.-25.03.2010 „Power to the People“ Konsumverein Braunschweig
Fotos: Dennis Tan & Rodrigo Frenk
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Metaballein
Walter Zuborg & Tamaki Watanabe
Klangobjekte
Spanplatte, Dachlatten, Plane, Hubmagnet, PC Ventilator, Litze, 江戸風鈴(ein japanisches Glöckchen)
11.02.-25.02.2010 „Metaballein“ Konsumverein Braunschweig




Fotos: Walter Zuborg & Tamaki Watanabe
Ein Blasebalg ist ein Gerät zur Erzeugung eines Luftstoßes oder Luftstroms.
Luft, die ein Feuer anstößt.
Luft, die das Wasser sich kräuseln lässt.
Luft, die ein Windspiel streift.
Luft, die ein Windrad antreibt.
Ein Flackern und Lodern,
ein Plätschern und Sprudeln,
ein Rascheln und Rauschen.
Tamaki Watanabe und Walter Zurborg haben in der Auseinandersetzung mit der jeweils anderen künstlerischen Position eine gemeinsame, eine eigene Sprache entwickelt. Sie haben als Anfangspunkt den Blasebalg gewählt. Doch hängt an diesem Blasebalg keine Orgelpfeife, auch lodert, zumindest auf den ersten Blick, kein offenes Feuer vor mir auf, wenn ich den Blasebalg bediene. Sie erzählen mir eine andere Geschichte:
Ich ziehe den Blasebalg hoch. Er übersetzt meine Kraft in Luft und wird prall. Ich lasse los –ein kurzer Stillstand – der Umschlagpunkt - metaballein. Die Leitung funkt auf, nur ein winziges blaues Licht. Der kleine Hammer nimmt seine Arbeit auf, indirekt angetrieben durch die ausströmende Luft. Er klopft immer wieder neu, immer wieder anders – als hätte er vergessen, was er eigentlich sagen wollte. Das Hämmerchen morst verschlüsselte Botschaften ins Holz, die sich über die Wände ausbreiten und sich vor mir groß aufbauen. Mir erzählt es von bald Vergangenem: Es erzählt vom Wind, der in seiner kostbaren Schatulle den Frühling überwintern lässt. Der feine Klang einer japanischen Glocke verbreitet jetzt die Hoffnung auf nahende Blumenzeit, im Sommer dann auf Kühlung. Und der kleine Hammer klopft mir auch die Botschaft des Gegenwärtigen: Er erzählt mir vom Wind, der übers Meer zieht und warnt, er bäume sich möglicherweise zu einem mächtigen Sturm auf. [...] Der Hammer schweigt – Ruhe – metaballein – und ein neuer Erzählraum eröffnet sich. Walter und Tamaki haben uns Geschichten mitgebracht. Sie lassen sich vom voluminösen, rauen Blasebalg in feine, poetische Stränge verwandeln, finden eine vereinende Sprache zwischen zwei Denktraditionen und spannen sich zwischen Feuer, Wasser, Erde und Luft, zwischen Nacht und Tag auf.
Anna Leibbrandt